F A L C O

19.2.1957 - 6.2.1998
   
 

(English version)

FALCO kommt als Hans Hölzel am 19. Februar 1957 in Wien Margareten als einziger Überlebender einer Drillingsgeburt zur Welt. Seine beiden Brüder verstarben. Er sagte in seinem späteren Leben oft, daß sie ihm die Kraft für mehrere Leben mitgegeben haben. Wer sein exzessives Leben in den 80er Jahren kannte, weiß wovon er sprach.

Nach der Trennung seiner Eltern wächst er unter der Obhut seiner Mutter und Großmutter auf. Mit 16 Jahren verläßt er die Schule und schlägt sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs durchs Leben. Er beginnt Baßgitarre zu spielen und entdeckt seine Vorliebe für den Rock im Zeitgeist der 70er.

Ein halbes Jahr am Wiener Musikkonservatorium bestätigt Hans Hölzel darin, Profimusiker werden zu wollen. Er spielt in verschiedenen Bandprojekten (seine allererste Band heißt "Umspannwerk") und versucht, zuerst in der deutschen Musikszene in West-Berlin Fuß zu fassen. Angeregt durch den DDR-Skispringer Falko Weisspflog, beginnt sich Hans Hölzel alias FALCO zu nennen.

Die Musikszene Berlin mit Bands wie "Kraftwerk", "Rheingold" oder "Can"erreicht internationale Wirkung und inspiriert auch Kultstar David Bowie, der seine innovative und einflußreiche "Berlin-Trilogie" veröffentlicht. Zusammen mit Soundarchitekt Brian Eno lotet er damals neue Bereiche der Popmusik aus. Diese Platten sind für Hans Hölzel ein musikalisches Schlüsselerlebnis.

Zurück in seiner Heimat Wien gründet er eine erste Band. Schon hier trug FALCO Designerkleidung, die er wegen der exzessiven Bühnenauftritte seiner Bandkollegen mit einer Plastikhülle - die er darüber trug - schützte. Schon damals wußte der junge Musiker Hans Hölzel, daß ein Popstar nicht nur seine Musik verkauft, sondern auch sich selbst zur unverwechselbaren Marke machen muß.

Aus dieser Zeit wurde "Ganz Wien" bald zum Kulthit der New Wave-Szene Wiens. Dieser Song erscheint später auch auf FALCOS Album "Einzelhaft". Kein österreichischer Titel brachte damals die Stimmung der frühen 80er Jahre besser auf den Punkt als "Ganz Wien". Dies war Falcos erste Nummer, die mit einem Radioverbot belegt werden sollte. In einer Zeit als die heimische Popszene noch nachdachte, ob Hochdeutsch bereits eine Fremdsprache zu werten sei, und daher für einen Liedermacher, der es gewohnt war im Dialekt zu singen, verpönt war, mischte Hans Hölzel wienerisch mit englischen Refrains und italienischen Textfetzen. Der Falke wird zur unverwechselbaren corporate identity. Falcos Großstadtweisheiten gelten bis heute als Geniestreich der österreichischen Popmusik.

Mit FALCOS erster Single "Der Kommissar" gelingt ihm schließlich auch der kommerzielle Durchbruch. Alle Cover-Versionen miteingerechnet, gehen vom "Kommissar" an die 7 Millionen Platten über den Ladentisch. Alleine davon in Frankreich 750.000 Stück. In den Jahren 1982 bis 1990 waren sein Lieder Verkaufschlager und teil der "Neuen Deutschen Welle". (s. Falco Pinup)

Für das provokante "Rock Me Amadeus" findet FALCO neue Partner in dem holländischen Produzentenpaar Bolland & Bolland. Die LP "Falco 3" und die weiteren Singles "Vienna Calling" und "Jeanny" werden ein europaweiter Erfolg.

1996 verlegt FALCO seinen Wohnsitz in die Dominikanische Republik. Im Sommer dieses Jahres gelingt ihm mit der Single "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da", die er unter dem Pseudonym T*MA veröffentlicht, ein sensationeller Wieder-Einstieg in die Charts.

Am 6. Februar 1998 gegen 16.00 h wurde die Karriere des "internationalen Österreichers" abrupt gestoppt. Ein Autobus mit Übergeschwindigkeit rammte den Geländewagen, mit dem Falco gerade aus seinem Parkplatz herausfuhr und mähte ihn förmlich nieder. Durch die Nachricht seines tragischen Todes wurde die Popwelt erschüttert. Seinem Wunsch entsprechend, wurde trotzdem seine letzte CD "Out of the Dark" Ende Februar 1998 veröffentlicht. Es folgten die Auskoppelungen "Out of the Dark" und "Egoist". Die Verkaufszahlen brachten Platin und Doppelplatin wie in alten Zeiten.

Die posthume "FALCOMANIA" beginnt, die am 1. April 2000 in Wien mit der Uraufführung des Musicals "FALCO - eine Cybershow" ihren bisherigen Höhepunkt findet. Thomas Rabitsch, Falcos langjähriger musikalischer Wegbegleiter, bearbeitet die alten Hits zeitgemäß und steht jeden Abend mit der (fast) orgial Falcoband "live" auf der Bühne.

Zeitgleich mit der völlig überarbeiteten Wiederaufnahme im Herbst 2000 folgt eine zweite Bühnenproduktionen in Berlin, die allerdings eine andere thematische Gewichtung als "Falco meets Amadeus" am Theater des Westens erfährt. Während in Wien teils absurde und prokante Szenen aus seinem Leben stilvoll und ohne Zynismus leidenschaftlich auf die Bühne gebracht werden, hält sich die Berliner Fassung von Helmut Ottenthal streng an die Biographie Falcos. Für die Wiener Fassung im Etablissement Ronacher hat Hausherr Rudi Klausnitzer, Nachfolger von Peter Weck, als Zeitgenosse und Wegbegleiter Falcos, mitgeschrieben. Beide haben so manchen Wiener Melange zusammen getrunken und Lebensweisheiten getauscht. Die Wiener Produktion setzt sich mit der Zwiespältigkeit in der Person Hans Hölzels auseinander, der einerseits Superstar Falco, andererseits für seine Freunde immer der Hans blieb. Die ganze Härte der Liedtexte Falcos kommt in der Wiener Fassung schön zum Tragen, wo die "alten Falco-Hits" in die Show wiederum nur provokant verfremdet eingesetzt werden und nie Selbstzweck sind, wie zu erwarten gewesen wäre. Der Titel, "Falco - eine Cybershow" verrät überdies ein multimediales Ereignis, das gelungen in einer üppigen und angemessenen Lasershow gipfelt, die nahtlos in ein modernes "clubbing" in allen Räumen des Theaters über und neue Wege für das moderne Theatear aufweist.



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